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COVID-19 und Frauengesundheit: Zyklus, Schwangerschaft & mehr

Wie die Corona-Pandemie sich auf uns Frauen auswirkt

Am 12.03.2020 erklärte die WHO die Ausbreitung der durch das Sars-CoV-2-Virus ausgelösten COVID-19 Erkrankung zur Pandemie. Schon über ein Jahr ist seitdem vergangen und die Pandemie hat unser Leben komplett umgekrempelt. Doch nicht nur unser Alltag hat sich drastisch verändert. Die COVID-19 Pandemie hat auch besondere Auswirkungen auf die weibliche Gesundheit. 

Zuerst mag man denken: COVID-19, das ist doch eine Lungenerkrankung, was hat das mit Frauengesundheit zu tun? Doch die Wissenschaft weiß nach über einem Jahr Pandemie, dass der Einfluss auf den gesamten weiblichen Körper groß ist. Die Veränderungen von Zyklus, Schwangerschaft, Verhütung und vielem mehr haben wir für dich zusammengetragen. 

Frau mit rotem Kleid schwimmt unter Wasser

Disclaimer

Die COVID-19 Pandemie beschäftigt uns jeden Tag. Die Menge Information kann zu Verunsicherung und Stress führen. Es ist wichtig in dieser Zeit auf das eigene psychische Wohlbefinden zu achten. Sollte der Text bei dir Gefühle von Angst, Nervosität oder Wut auslösen, empfehlen wir nicht weiterzulesen. Bei Unsicherheiten solltest du dich ggfs. mit deiner Ärztin/deinem Arzt besprechen.

Allgemeines über unser Leben mit Corona

Wissen im Wandel 

Für die Wissenschaft ist COVID-19 selbst nach eineinhalb Jahren noch ein junges Forschungsgebiet. Neben Forschung zu COVID-19 selbst, gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die sich mit den Auswirkungen der Pandemie und den damit getroffenen Maßnahmen befassen. Viele können aufgrund des begrenzten Zeitraums keine langfristigen Folgen darstellen. Auch kommt immer wieder ganz neues Wissen dazu. In diesem Artikel versuchen wir gut belegte Informationen darzustellen, möchten aber auch darauf hinweisen, dass Forschung stets im Wandel ist und sich Einschätzung ändern können. 

Das Virus im weiblichen Körper

Welche Auswirkungen kann die COVID-19 Pandemie auf Frauengesundheit haben? Diese Frage lässt sich auf verschiedenen Ebenen beantworten. Zum einen gilt es zu beantworten was eine Erkrankung mit COVID-19 im Körper auslöst. Neben den typischen Symptomen wie Fieber, Husten und in schweren Fällen eine Lungenentzündung, können auch andere Organe vom Virus betroffen sein, z.B. auch die weiblichen Geschlechtsorgane. Das Protein, an welches Sars-CoV-2 bindet, kommt auch in den Eierstöcken und der Gebärmutter vor. Damit könnte das Virus auch an diese Organe binden. Bis jetzt gibt es aber keine Daten, dass es hier zu ähnlichen Schäden wie an der Lunge kommt (Jing et al. 2020).

Die Pandemie ist ein Ausnahmezustand – auch für den Körper

Aber nicht nur durch eine Erkrankung hat das Coronavirus Einfluss auf die Gesundheit. Im Rahmen der Pandemie wurden überall auf der Welt Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verringern und Leben zu schützen. Durch diese Maßnahmen hat sich der Alltag drastisch verändert, was zu verschiedenen Auswirkungen auf den weiblichen Körper und Gesundheit geführt hat. 

COVID-19 Viren unter dem Mikroskop
Viren unter dem Mikroskop

Auswirkungen von COVID-19 auf die Frauengesundheit

Der Zyklus vieler Frauen hat sich verändert

In Studien wurden Frauen befragt, was sich durch die Pandemie in ihrem Leben verändert hat. Dabei wurden spezifisch Fragen zu weiblicher Gesundheit abgefragt. Die Forschenden konnten feststellen, dass Frauen in der COVID-19 Pandemie weniger Verhütungsmittel nutzen. Gleichzeitig gaben aber deutlich weniger Frauen an Kinderwunsch zu haben als vor der Pandemie (Yuksel and Ozgor 2020). Gefragt nach ihrem Zyklus, hatten Frauen im Durchschnitt mehr Zyklusbeschwerden als vor Beginn der Pandemie (Yuksel and Ozgor 2020). In einer anderen Studie gaben über 50% der Frauen an, dass sie seit der Corona-Pandemie mehr und stärkere Symptome vor (PMS) und während der Menstruation haben (Phelan et al. 2021).

Nicht nur die Beschwerden während der Periode nahmen zu, auch der Zyklus selbst veränderte sich. Viele Frauen bemerkten Verschiebungen und Schwankungen in ihrem Zyklus. Aus früheren Studien weiß man, dass der Zyklus durch äußere Faktoren beeinflusst wird, z.B. wurde dies ebenso bei Erdbeben festgestellt (Phelan et al. 2021). 

Frau sitzt an einem See
Stress kann die Menstruation beeinflussen

Stress als Auslöser? 

Dass die Pandemie die gleichen Auswirkungen auf den Zyklus hat wie ein Erdbeben ist ein starkes Zeichen für die Schwere der Krise. Es ist bereits bekannt (und viele Frauen können das aus eigener Erfahrung sicher auch berichten), dass Stressphasen, psychische Belastung und eine gedrückte Stimmung die Menstruation beeinflussen. Im Körper wird durch den Stress die Ausschüttung von Hormonen im Gehirn verändert. Dies führt wiederum zu Veränderungen der Zyklushormone Östrogen und Progesteron und des Zyklus. Studien stellten fest, dass für die Corona-Pandemie typische Stressfaktoren v.a. Stress im Beruf (25% der befragten Frauen) und finanzielle Veränderungen waren. Aber auch die zusätzliche Bellastun zu Hause durch Home-Schooling und Kinderbetreuung, Konflikte mit dem Partner oder in der Familie und Krankheit von Familienmitgliedern gaben bis zu 20% der Frauen an (Phelan et al. 2021).

Die Rolle der Frau in der Pandemie

Homeoffice, Homeschooling, der Kindergarten bleibt zu, gleichzeitig mehr Zeit zu Hause, mehr Zeit für Hausarbeit?! Die Liste an zusätzlichen Aufgaben v.a. während des Lockdowns ist lang. Studien haben gezeigt, dass dabei an Frauen mehr Arbeit hängen bleibt. Dabei fallen viele Familien auch in traditionelle Rollenmuster zurück und Frauen übernehmen mehr Anteile an der Kinderbetreuung und dem Haushalt. Job und Karriere müssen kürzer treten, was auch langfristige Folgen für die Laufbahn einer Frau haben kann. Berechnungen haben auch gezeigt, dass weltweit mehr Frauen ihren Job während der Pandemie verlieren als Männer.

Gewalterfahrungen

Bereits vor Corona gab es Studien, die zeigten, dass Menschen in Quarantäne-Situationen zu negativen Emotionen wie Wut neigten (Chynoweth et al. 2018). Leider stellten Wissenschaftler fest, dass es auch während der Corona-Pandemie zu vermehrten Gewalterfahrungen in Familien kommt. Wenn es kleine Kinder im Haus gibt, finanzielle Sorgen da sind oder die psychische Gesundheit beeinträchtigt, steigt das Risiko für Gewalt an (Steinert and Ebert 2020).

Beratung und Hilfe gibt es z.B. beim Hilfetelefon der Bundesregierung.

Sexualität und Beziehungen

Singles und Vergebene beneiden im Lockdown wohl gerne mal den jeweils anderen. In Beziehungen leiden vielleicht einige am gemeinsamen Homeoffice, fehlenden Freizeitmöglichkeiten mit Zeit für sich selbst und wenig Kontakten außerhalb der Beziehung. Obwohl man sich vielleicht räumlich näher ist als vor der Pandemie, so muss sich das nicht unbedingt positiv auf das Sexleben auswirken. Befragungen haben gezeigt, dass rund 26% der Paare häufiger, während 28% weniger häufig Sex haben. Die sexuelle Befriedigung nahm aber nur bei 8% zu (Li et al. 2020). Eine andere Studie zeigte, dass Frauen in der Pandemie zwar mehr Sex haben, aber die sexuelle Zufriedenheit abnahm (Yuksel and Ozgor 2020). 

Singles haben es in Zeiten von Kontaktbeschränkungen schwer neue Menschen kennenzulernen. Das kann natürlich das Sexleben beeinflussen. Rund 40% der Singles hatten weniger häufig Sex als vor der Pandemie, 23% mehr. Sowohl in der Gruppe der Singles als auch der Vergebenen gaben rund 30% an mehr zu masturbieren als vor der Pandemie (Li et al. 2020).  

Die Forschung weiß, dass Sex positiven Einfluss auf unser Immunsystem, die psychische Gesundheit und geistige Leistungsfähigkeit hat. Sogar psychosozialer Stress, und den gibt es in Corona-Zeiten nicht selten, kann durch Sex abgebaut werden (Pennanen-Iire et al. 2021).

Aufgeschnittene Frucht mit Hand, die in die Frucht greift
Corona kann auch Auswirkungen auf die Sexualität und Beziehungen haben.

Fruchtbarkeit von Männern könnte durch COVID-19 beeinflusst werden

Von anderen Viruserkrankungen weiß man bereits, dass sie Folgen für die männliche Fruchtbarkeit haben können. Z.B. durch Fieber aber auch durch eine Orchitis, eine Hodenentzündung, wird die Spermienproduktion beeinträchtigt. Die Spermienanzahl erholt sich aber nach einigen Wochen wieder (Batiha et al. 2020).

Für das Virus Coronavirus Sars-CoV-2 ist interessant, dass das Protein an welches das Coronavirus bindet, auch im Hoden sehr häufig vorkommt (Gröner et al. 2021). Welche Folgen das für die männliche Fruchtbarkeit hat, ist noch unklar (Batiha et al. 2020). 

Schwangerschaft

Schwangerschaft ist immer eine Zeit voller Fragen und neuer Erfahrungen für werdende Eltern. Während der COVID-19 Pandemie kommen noch viele weitere Fragen hinzu. Frauen, die während der Pandemie schwanger waren, zeigten in einer Studie aus dem August 2020 eine deutlich erhöhtes Risiko Symptome einer Depression oder einer Angststörung zu entwickeln. Die Forschenden konnten auch zeigen, dass dies damit zusammenhängt, wie viel Angst eine Frau vor den Folgen einer Corona-Infektion oder schlechterer medizinischer Versorgung hatte. Soziale Unterstützung und körperliche Aktivität reduzierten das Risiko für psychische Symptome  (Ayaz et al. 2020; Lebel et al. 2020). 

Die gute Nachricht: Schwangerschaft ist kein Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Die allermeisten Frauen haben nur milde Symptome. Auch erkranken Schwangere nicht häufiger als andere Personen. Während der Schwangerschaft ist eine Übertragung des Virus auf das ungeborene Baby nach aktuellem Stand der Wissenschaft sehr unwahrscheinlich. Deshalb sind für das Kind keine Folgen zu erwarten (Klaritsch et al. 2020). 

Schwangere Frau vor hellem HiIntergrund
COVID-19 hat Folgen für Schwangerschaft, Geburt und Stilzeit.

Geburt und Stillzeit

Wer normalerweise ins Krankenhaus muss, ist tatsächlich krank. Die große Ausnahme sind Geburten. In den meisten Fällen handelt es sich um gesunde Frauen und gesunde Kinder. Geburten sollten schöne Momente sein, die sich für immer in das Gedächtnis der Eltern einprägen werden. Die Vorkehrungen und strengere Regeln aufgrund der Gefahr durch das Coronavirus haben auch Einfluss auf den Ablauf der Geburt. Mittlerweile haben aber viele Krankenhäuser individuelle Konzepte entwickelt, um den Frauen eine schöne Geburt zu ermöglichen. 

Auch bei einer COVID-19 Infektion der Mutter während der Geburt ist nicht zwingen ein Kaiserschnitt nötig. Medizinische Aspekte und der Wunsch der Mutter sind entscheidend für die Art der Geburt. 

Die erste Zeit mit Baby

Die wichtigsten Regeln zum Umgang mit Neugeborenen bleiben gleich. Die WHO empfiehlt, dass Frauen unbedingt weiter stillen sollten. Sogar wenn Frauen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, darf weiter gestillt werden, wenn die Frau möchte. Auch Haut-auf-Haut-Kontakt wird den positiv getesteten Müttern empfohlen, wenn auch immer mit medizinischer Maske und guter Händehygiene (Klaritsch et al. 2020). 

Natürlich ist die erste Zeit mit Baby aber schwieriger, wenn aufgrund lokaler Kontaktbeschränkungen Besuch und Unterstützung schwierig ist oder z.B. Großeltern der Risikogruppe angehören. 

Lockdown führte zu weniger Fehlgeburten

Allen negativen Auswirkungen zum Trotz gab es im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 auch gute Nachrichten für die Gesundheit von Müttern und Babys. Verschiedene Studien zeigten einen starken Rückgang von Frühgeburten. Besonders die Zahl an stark gefährdeten Frühgeborenen mit sehr niedrigem Gewicht nahm deutlich ab. Eine Studie aus Dänemark fand einen Rückgang bis zu 91%. Auch in anderen Ländern konnte diese Entwicklung beobachtet werden. Klare Ursachen konnten die Forscher nicht finden, sie vermuten jedoch, dass vermehrte Händehygiene, Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen, mehr Entspannung bei Berufstätigen durch den Lockdown und mehr gemeinsame Zeit mit der Familie eine Rolle spielen könnten. Mit diesem Wissen planen Forscher jetzt auch für die Zeit nach der Pandemie Maßnahmen für Frauen zu entwickeln, um das Risiko einer Frühgeburt zu verhindern (Hedermann et al. 2021).  

Zugang zum Gesundheitssystem

Weltweit hat die COVID-19 Pandemie ganz unterschiedliche Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. In reichen Staaten wie Deutschland sind noch genug Mitarbeiter des Gesundheitswesens verfügbar um die reguläre medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Weltweit verschlechterte sich die Versorgung z.T. deutlich, da medizinisches Personal für COVID-Patienten eingesetzt wurde (Tang et al. 2020). 

Die Empfehlung aus dem Frühjahr 2020 nicht dringend notwendige Arztbesuche zu verschieben, gilt aktuell nicht mehr. Trotzdem erschweren in Deutschland v.a. die zusätzlichen Vorkehrungen wie Tests oder Abgabe von Daten den niederschwelligen Zugang zu medizinischer Versorgung. 

Krankheitsverlauf: Das Long-Covid Syndrom

Wie kann COVID-19 die Gesundheit von Frauen beeinflussen? Es gibt Indirekte Folgen durch die Pandemie und akute Symptome während einer Infektion. Ein noch sehr junges Forschungsfeld sind aber die Langzeitfolgen durch eine Corona-Infektion. Patienten und Patientinnen, die unter dem sogenannten Long-Covid leiden, haben länger als 28 Tage Symptome durch eine Coronavirus-Infektion. Viele der eventuellen Gesundheitsfolgen sind noch völlig unklar. Wer die neuesten Forschungsergebnisse betrachtet, stellt fest: es kommen immer neue Aspekte hinzu. Bekannt ist, dass Frauen zweimal so häufig betroffen sind wie Männer (Raveendran et al. 2021). Die häufigsten Symptome sind dauerhafte Müdigkeit, mangelnde Belastbarkeit mit Atemnot, aber auch Magen-Darm-Beschwerden und Fieber. Frauen leiden besonders häufig psychischen Symptomen wie Angst oder Depression nach einer COVID Infektion (Nalbandian et al. 2021).

Blick von außen durch eine Türe in einen OP-Saal

Psychische Belastung durch die Pandemie

Jobverlust, Home-Office, Home-Schooling, fehlende soziale Kontakte und Hobbys; die Liste an Belastungsfaktoren in der Pandemie ist lang. Wissenschaftliche Daten zeigen hohe Raten von Angstsymptomen, Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen und psychischem Stress bis zu 50% der Allgemeinbevölkerung (Xiong et al. 2020). 

Tipps, Informationen und Wissenswertes

Vorsorgeuntersuchungen nicht aufschieben

Gerade in der Frauenheilkunde spielen Vorsorge- bzw. Krebsfrüherkennungsuntersuchungen eine große Rolle. Viele Krebsarten bei der Frau haben eine deutlich bessere Prognose, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Umfragen unter Bürgerinnen und Bürgern aber auch Daten von Krankenkassen haben gezeigt, dass Frauen seltener zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen gehen als vor der Pandemie. Experten empfehlen diese Untersuchungen nicht aufzuschieben. Natürlich gilt es einige Vorkehrungen zu treffen, z.B. bei Erkältungssymptomen den Arzttermin abzusagen und sich an lokale Empfehlungen der Politik zu halten. Auch die Praxen haben gute Hygienekonzepte etabliert. Damit wird der Arztbesuch kein Gesundheitsrisiko, sondern hilft dabei gesund zu bleiben. 

Informationsflut: Wo finde ich gute und richtige Informationen?

Wer Corona googelt den erwartet eine Flut an Suchergebnissen. Doch es ist nicht immer leicht, gut verständliche aber gleichzeitig verlässliche Quellen zu finden. Für viele Nicht-Wissenschaftler ist es außerdem schwer die Vielzahl an Forschungsergebnissen richtig einzuordnen. Hier sind einige Seiten gelistet, die bei Fragen hilfreich sein können.

Die WHO hat bereits früh in der Pandemie erkannt, welche drastischen Auswirkungen diese für Frauen hat. Auf ihrer Website hat sie deshalb ganz verschiedene Aspekte beleuchtet und einfach verständliche Handlungsempfehlungen und Tipps gesammelt: https://www.who.int/

Beratung bei Gewalterfahrung, aber auch anderen Sorgen gibt es z.B. beim Hilfetelefon: https://www.hilfetelefon.de/

Viele Infos in leichter Sprache gibt es auf der für den Grimme-Preis nominierten Seite: https://corona-leichte-sprache.de/page/6-startseite.html

Von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gibt es eine Seite, die v.a. auf die psychischen Aspekte der Pandemie eingeht, aber auch darüber informiert wie mit der Flut an Informationen umgegangen werden kann: https://psychologische-coronahilfe.de/

Das unabhängige Team von Journalisten der Seite correctiv.org checkt Corona-Fakten: https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2021/04/28/coronavirus-faktenchecks-diese-behauptungen-hat-correctiv-geprueft/

Fazit

Die COVID-19 Pandemie trifft Frauen auf verschiedenen Ebenen besonders. Sie zeigt, dass die Gleichstellung noch weiter vorangetrieben werden muss. Aber auch die Auswirkungen auf jedes Individuum sind drastisch. Die Wissenschaft zeigt aber auch, kleine Taten können Frauen helfen durch diese Krise zu kommen: Austausch mit anderen, ehrlich über Gefühle sprechen, körperliche Aktivität oder ein Hobby das Spaß macht, unterstützen unsere psychische und damit auch unsere körperliche Gesundheit. 

Literaturverzeichnis

Ayaz, R., et al. (2020), ‚Anxiety and depression symptoms in the same pregnant women before and during the COVID-19 pandemic‘, J Perinat Med, 48 (9), 965-70.

Batiha, O., et al. (2020), ‚Impact of COVID-19 and other viruses on reproductive health‘, Andrologia, 52 (9), e13791.

Chynoweth, Sarah K., et al. (2018), ‚Implementing sexual and reproductive health care in humanitarian crises‘, The Lancet, 391 (10132), 1770-71.

Gröner, Matheus Ferreira, et al. (2021), ‚Effects of Covid-19 on male reproductive system‘, International braz j urol, 47, 185-90.

Hedermann, G., et al. (2021), ‚Danish premature birth rates during the COVID-19 lockdown‘, Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed, 106 (1), 93-95.

Jing, Yan, et al. (2020), ‚Potential influence of COVID-19/ACE2 on the female reproductive system‘, Molecular Human Reproduction, 26 (6), 367-73.

Klaritsch, P., Ciresa-König, A., and Pristauz-Telsnigg, G. (2020), ‚COVID-19 During Pregnancy and Puerperium – A Review by the Austrian Society of Gynaecology and Obstetrics (OEGGG)‘, Geburtshilfe Frauenheilkd, 80 (8), 813-19.

Lebel, C., et al. (2020), ‚Elevated depression and anxiety symptoms among pregnant individuals during the COVID-19 pandemic‘, J Affect Disord, 277, 5-13.

Li, G., et al. (2020), ‚Impact of the COVID-19 Pandemic on Partner Relationships and Sexual and Reproductive Health: Cross-Sectional, Online Survey Study‘, J Med Internet Res, 22 (8), e20961.

Nalbandian, A., et al. (2021), ‚Post-acute COVID-19 syndrome‘, Nat Med, 27 (4), 601-15.

Pennanen-Iire, C., et al. (2021), ‚Sexual Health Implications of COVID-19 Pandemic‘, Sex Med Rev, 9 (1), 3-14.

Phelan, N., Behan, L. A., and Owens, L. (2021), ‚The Impact of the COVID-19 Pandemic on Women’s Reproductive Health‘, Front Endocrinol (Lausanne), 12, 642755.

Raveendran, A. V., Jayadevan, R., and Sashidharan, S. (2021), ‚Long COVID: An overview‘, Diabetes Metab Syndr, 15 (3), 869-75.

Steinert, Janina and Ebert, Cara (2020), ‚Gewalt an Frauen und Kindern in Deutschland während COVID-19-bedingten Ausgangsbeschränkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse‘, Verfügbar unter: https://drive. google. com/file/d/19Wqpby9nwMNjdgO4_FCqqlfYyLJmBn7y/view.

Tang, K., et al. (2020), ‚Sexual and reproductive health (SRH): a key issue in the emergency response to the coronavirus disease (COVID- 19) outbreak‘, Reprod Health, 17 (1), 59.

Xiong, Jiaqi, et al. (2020), ‚Impact of COVID-19 pandemic on mental health in the general population: A systematic review‘, Journal of Affective Disorders, 277, 55-64.

Yuksel, B. and Ozgor, F. (2020), ‚Effect of the COVID-19 pandemic on female sexual behavior‘, Int J Gynaecol Obstet, 150 (1), 98-102.

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Stoffbinden bei DM?

Stoffbinden sind groß im kommen, denn immer mehr Frauen sind auf der Suche nach alternativer Monatshygiene und nach Produkten, die nachhaltig sind und Umwelt wie Geldbeutel gleichermaßen schonen. Und die Beschaffung solcher Monatsartikel ist in den Köpfen fest mit bestimmten Einkaufsgewohnheiten verknüpft. So ist es völlig logisch, Binden, Tampons und andere Artikel der Monatshygiene in einem Drogeriemarkt wie DM zu kaufen. Doch bisher gibt es dort noch keine Stoffbinden. Das muss jedoch nicht heißen, dass das weiterhin so bleibt.

Denn gerade DM ist bekannt dafür, in Sachen Nachhaltigkeit ebenso große Fortschritte im Sortiment zu machen wie sie auf die Community im Internet hören. Es kann also durchaus sinnvoll sein, nicht nur im Markt vor Ort nachzufragen sondern auch andere Frauen zu aktivieren und bei Facebook oder Instagram das Thema zur Sprache zu bringen. Denn die Sache ist eigentlich recht einfach: Besteht eine Nachfrage, wird sich der ein oder andere Drogeriemarkt überlegen, ob das Sortiment nicht um Stoffbinden erweitert werden sollte.

Waschbare Binden

Waschbare Binden waren früher gang und gäbe, doch inzwischen muss man sie suchen wie de Stecknadel im Heuhaufen. Eine Alternative zum Drogerie-Regal sind Anlaufstellen wie Unverpackt-Läden von denen es immer mehr gibt, Bio-Läden aber auch die Praxen von Frauenheilkundlerinnen, Heilpraktikerinnen und Hebammen sowie Läden, in denen Stoffwindeln zu kaufen sind. Eine sich stetig erweiternde Liste von Anbietern, die waschbare Binden beziehungsweise Stoffbinden von ALMO führen findest Du hier. Dort findest Du auch zahlreiche Veranstaltungen, auf denen Du mehr über alternative Monatshygiene und Stoffbinden erfahren kannst. Stoffbinden zum anfassen quasi, denn viele haben Vorurteile und können sich gar nicht so recht vorstellen, wie eine Stoffbinde im Alltag so funktioniert, wie die Haltbarkeit und Lagerung im gebrauchen Zustand und vieles mehr von statten geht.

Bis es waschbare Binden bei DM im Sortiment gibt wird es vermutlich noch eine zeitlang dauern. Da Stoffbinden jedoch eine lange Lebensdauer haben und es gar nicht notwendig ist, Stoffbinden bei DM jeden Monat zu kaufen, so wie Du es bisher gewohnt warst, spricht nichts dagegen Dir eine Bestellung online zu gönnen. Im Shop von Almo bekommst Du Stoffbinden, die erprobt sind und Deine Erwartungen übertreffen werden. Wie Du es von herkömmlichen Binden gewohnt bist haben die Stoffbinden einen saugfähigen Kern und Flügel, mit denen Du sie im Slip befestigen kannst. Dabei werden die Flügel einfach um Deinen Slip geschlagen und unten zugeknöpft.

Was Dich überraschen wird ist das kuschelige Gefühl in der Hose, denn das kann eine Binde aus Plastik nicht leisten.

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Wissenswertes über herkömmliche Menstruationsprodukte

Jede einzelne Form der Monatshygiene hat ihre Vor- und Nachteile, abhängig davon, ob ein möglichst sicherer Auslaufschutz, Nachhaltigkeit & Umweltverträglichkeit, die Kosten oder ein möglichst einfaches Handling samt angenehmen Tragekomfort im Vordergrund stehen. Kein Produkt erfüllt alle Punkte zu 100%, doch vor allem in puncto Nachhaltigkeit und Kostenersparnis gehen Produkte der alternativen Monatshygiene in Führung.

Wegwerf-Binden & Tampons

Sie sind der Klassiker im Drogerieregal und damit standardmäßig die Produkte, mit denen Frauen während ihrer Tage besonders häufig zu tun haben.

Auslaufschutz & Hygiene:

Binden sind in der Regel mit und ohne Flügel erhältlich, teils auch in längeren, schmaleren oder auf Passform geschnittenen Versionen. Sie sollten regelmäßig gewechselt werden, an starken bis normalen Tagen wenigstens 5-6 Mal in 24 Stunden. Tampons sollten spätestens alle sechs Stunden ausgewechselt werden (TSS-Syndrom).

Nachhaltigkeit & Umweltschutz:

Herkömmliche Wegwerf-Binden und auch Tampons sind in der Regel in Plastik verpackt und enthalten auch Plastik (Phtalate, auch bekannt als Weichmacher). Superabsorber und Gel-Kerne sorgen dafür, dass möglichst viel Menstruationsblut aufgesogen wird und die Trägerin ein angenehm trockenes Gefühl erhält. Die natürlichen Bestandteile wie Baumwolle werden teils gebleicht, wodurch Dioxine entstehen. Zusätzlich sind künstliche Duftstoffe zugesetzt, um ein besonderes Frischegefühl zu vermitteln.

Eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für diese Zusätze und deren Bestandteile besteht aktuell nicht. Der Abbau der entsorgten Binden und auch der Tampons nimmt bei konventionellen Produkten mehrere Jahrhunderte in Anspruch; Bio-Produkte werden immerhin in kürzeren Zeiträumen abgebaut.

Gesundheit:

Baumwolle wird sowohl in Binden als auch Tampons verwendet und wie viele andere Produkte für den täglichen Verzehr mit Pflanzenschutzmitteln, allen voran Glyphosat, behandelt. Dass das auf Dauer für die empfindlichen Schleimhäute der Scheide nicht förderlich ist, dürfte jedem klar sein. Doch ob behandelt oder unbehandelt spielt beispielsweise bei Tampons keine Rolle. Diese werden vor allem nach einem Kriterium gekauft: Saugfähig sollen sie sein. Das wiederum kann zu einem austrocknen der Schleimhaut führen. Die Folge sind häufige Pilzinfektionen. Wer häufig unter Jucken, Brennen und Ausfluss im Intimbereich leidet sollte konsequent 2-3 Monate Unterwäsche aus Baumwolle tragen, auf Tampons und Binden verzichten und vor allem auch Duftstoffe dort meiden – das gilt auch für das Waschmittel.

Beschaffung & Kosten:

Das Standardsortiment gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt, in Tankstellen, Kiosken, teils auch auf Toiletten und natürlich in der Drogerie. Bio-Produkte sind noch nicht überall erhältlich, sichere Bezugsquellen für schadstoffarme Tampons und Wegwerfbinden sind teils Drogerien, teils Bio-Läden und der Online-Handel. Entsprechend sind konventionelle Binden und Tampons vergleichsweise günstig, ihr Bio-Pendant etwas teurer. Die Kosten summieren sich allerdings, pro Frau und Zyklus kommen im Leben mehrere tausende Euro allein für die Monatshygiene zusammen. Nicht eingerechnet sind dabei ruinierte Unterwäsche-Sets, weil der versprochene Auslaufschutz der Binde nicht gehalten hat, was versprochen wurde.

Handling & Tragekomfort:

Der Klebestreifen in den Binden hält, je nach Produkt, mehr oder weniger gut – d. h. teilweise bauscht sich die Wegwerfbinde im Slip zusammen und stört beim gehen, laufen oder sitzen. Während Binden selbst von einigen Frauen als unhygienisch empfunden werden, ist die Verpackung und Entsorgung meistens kein Problem – zusammenrollen und ab und in den Müll mit der benutzten Binde!

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Alternative Monatshygiene

Alternative Monatshygiene. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung hat sie, hatte sie oder wird sie noch erleben:
Die Menstruationsblutung.

Obwohl Milliarden Frauen weltweit diesen Aspekt ihrer Weiblichkeit teilen, ist das Wissen um Monatshygiene doch eher versteckt. In der Werbung und im Aufklärungsunterricht der Schule finden sich vor allem Wegwerfprodukte wie Binden und Tampons als Beispiele. Alternativen werden nur selten angesprochen. Dabei gibt es so einiges zu wissen, wenn es um diese speziellen „Tage“ im Leben einer Frau geht!

Die Monatsblutung: So individuell wie jede von uns

Kein Zyklus ähnelt dem andern. Jede Frau erlebt ihn anders, jede Regelblutung fällt von Frau zu Frauund Monat zu Monat unterschiedlich aus. Sie kann kurz und heftig sein, oder schwach und über viele Tage gehen. Die Stärke der Regelblutung fesselt manche Frauen regelrecht ans Bett, während andere in der gleichen Zeit Sport auf höchstem Niveau absolvieren oder inspirierende Reden halten. In einigen Ländern in Asien wie Japan, Indonesien oder Südkorea haben Frauen übrigens das Recht auf bezahlten Urlaub während ihrer Periode – um sich daheim auszuruhen.

Weil die Regel so individuell von Frau zu Frau ist, müssten auch die Produkte zur Monatshygiene unterschiedlich ausfallen. Im typischen Drogerie-Regal finden sich deshalb auch Binden und Tampons für starke oder schwache Blutungen, mit Auslaufschutz und ohne. Für die schwächsten Tage sind die Slipeinlagen gedacht. Soweit so gut – aber gibt es da nicht noch mehr? Oh ja!

Monatshygiene: Binden, Tampons, Tassen & Schwämme

Die gute Nachricht zuerst: Wenn Frau nur lange genug sucht, wird sie die individuell richtige Monatshygiene für sich selbst schon finden. Und die Suche selbst lohnt sich, denn im Laufe des weiblichen Zyklus verwenden wir sehr viele Produkte. Die Rechnung ist vergleichsweise einfach:

  • 5 bis 7 Tampons oder Binden pro Tag
  • an bis zu 7 Tagen pro Monat
  • und durchschnittlich 12 Mal im Jahr
  • bis zu 40 Jahre lang

Monatshygieneprodukte werden in Deutschland mit 19 Prozent, also dem erhöhten Mehrwertsteuersatz belegt. Sie gelten als „Luxusgut“. Im Laufe eines Lebens gibtFraudamit rund 2.000 € bis 4.800 € allein für ihre Tage aus.

Kosten im Leben Produzierter Müll
Wegwerf-Binden ~2.000 € – 4.800 € 12.000 – 16.000 Binden
Wiederverwendbare Binden ~ 400-1000 Euro 30-75 Binden
Tampons ~2.000 € – 4.800 € 12.000 – 16.000 Tampons
Menstruationstasse/Schwamm ~ 15 € – 45 € (Tasse)
~ 200 € – 400 € (Schwamm)
~ 1-3 Tassen ~ 160 Schwämme

Alternative Monatshygiene ist günstiger

Alternative Monatshygiene ist daher gleich aus mehreren Gründen einen zweiten Blick wert.

Ein Schwamm kann zwischen Monaten und 1-2 Jahren verwendet werden und kostet zwischen 4 und 6 Euro. Eine Menstruationstasse hat eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren, gleiches gilt für Stoffbinden. Somit sind die Kosten ebenso niedriger wie der Müll, der produziert wird.

Jede einzelne Form der Monatshygiene hat ihre Vor- und Nachteile, abhängig davon, ob ein möglichst sicherer Auslaufschutz, Nachhaltigkeit & Umweltverträglichkeit, die Kosten oder ein möglichst einfaches Handling samt angenehmen Tragekomfort im Vordergrund stehen. Kostengünstig ist ein Punkt, der zum tragen kommt, wenn es um alternative Monatshygiene geht. Im nächsten Blogbeitrag sehen wir uns dann gesundheitliche Aspekte und Werbeversprechen von herkömmlichen Produkten der Monatshygiene an.