Über ALMO

Über ALMO: Alles Weiblich, oder was?

Die Stoffbinden-Herstellerin Stefanie Wagner alias Frau ALMO erzählt:

Mein Plan war nicht, Stoffbinden-Verkäuferin zu werden. Eigentlich wollte ich eh nie Verkäuferin werden. Trotzdem bin ich im ersten Ausbildungsberuf tatsächlich Einzelhandelskauffrau geworden. Was mir jetzt natürlich sehr hilft.

Erfinderin von ALMO – Alternative Monatshygiene – lebt das Motto „VIVA LA VULVA“

Wie ich zu Stoffbinden gekommen bin?

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach alternativen Produkten für mich. Ich habe die Tasse ausprobiert, aber da ich noch nie Tampons mochte, war es auch keine Überraschung, als ich mit der Tasse nicht klar kam. SO hab ich Stoffbinden gekauft. Ich bin nämlich nicht die Erste und Einzige, die Stoffbinden verkauft. Also hab ich mir damals, vor ca. 10 Jahren, 10 verschiedene Marken an Stoffbinden gekauft. Schon nach 3 Monaten waren 9 davon reif für die Tonne. Ich habe mich sehr geärgert, weil das war ja mal klare Themaverfehlung. Die sollten ja doch einge Zeit halten.

Mein „Selbermacherinnen-Feuer“ war entfacht.

So dachte ich mir, wie Frau sich das manchmal so ganz einfach und schnell denkt, das mach ich mal selbst besser. Gesagt getan, ich hab 2 Jahre getüftelt und gefeilt bis damals die fast perfekte Binde fertig war. Eigentlich waren die ja nur für mich. ABER meine Mission war geboren: Jeder auf der ganzen Welt soll so ein gutes Gefühl in der Hose haben. Denn mit Plastikbinden waren die nicht zu vergleichen, die waren sogar um Welten besser.

Naja, ich, die nie über Menstruation oder Monatshygiene reden wollte.
Ich, die sich immer geschämt hatte, Binden zu verwenden.
Ich, die sich beim Bindeneinkauf immer umgesehen hat, wer im Laden ist und immer mit Tasche einkaufen gegangen war, um die Binden gleich nach der Kasse verschwinden zu lassen.

Ich sollte jetzt Stoffbinden verkaufen? Puh.

Almo vor Ort, Made in Germany
Alternative Monatshygiene hautnah auf Märkten etc. an die Frau gebracht

Naja, ich bin gewachsen mit meinen Aufgaben und mit meinen Produkten. Die ersten Freundinnen sollten Probetragen, um herauszufinden, ob nicht nur ich diese Dinger super finde. Sie gaben ihr GO. Und dann ging irgendwie alles ganz schnell. Das erste Festival stand an, und ich machte einen Stand mit meinen Produkten. Der erste Onlineshop war noch auf der Selbermacher-Plattform Dawanda. Dann folgten viele Messen, Märkte, Kongresse, der erste eigene Onlineshop und dann im Juni 2019 der weltweit erste Menstruationsladen.

Wenn ich heute zurück denke, dann waren die ersten Jahre wirklich hart. Ich bin von der ein oder anderen Messe nach Hause gefahren und habe mich gefragt, warum ich das eigentlich mache und dass es lukrativer gewesen wäre, ich wäre zuhause auf der Couch geblieben. ABER am Tag nach der Messer hab ich schon nach der Nächsten gekuckt. Meine Mission wollte gelebt werden. Ich konnte sozusagen nichts dagegen tun. 2013 war das Perioden-Tabu auch noch viel, viel, viel größer als heute. Und auch heute ist es noch ziemlich präsent. Auch wenn schon viel passiert ist derweil. Und ich kann über weniges mit so viel Freude und Liebe reden, wie über die Menstruation und meine körperfreundlichen/umweltfreundlichen Monatshygiene-Produkte.

Ich liebe es, wenn ich Rückmeldungen von KundInnen bekomme, die sich bedanken. Die mich fragen, warum sie erst 40/45 werden mussten, bis sie solche Produkte mit einem neuen Lebensgefühl/Periodengefühl finden konnten. Menschen, die sich auf ihre TAGE freuen um endlich die kuschligen Binden/Periodenslips auszuprobieren. Da hüpft mein Herz. Und ich weiß, dass ich die ganze Anstrengung, die viele Arbeit der letzten 10 Jahre sowas von gelohnt haben.

❤
❤
❤
Wir Frauen … so bunt wie ALMO 😉

Alles was ich tue, wünsche ich jeder Frau