Luftdurchlässige Damenbinden – gibt es das? Atmungsaktive Binden und Einlagen

Binden und Slipeinlagen sollen das Regelblut da auffangen, wo es aus dem Körper tritt – und festhalten. Deshalb sind die meisten Produkte mit einer feuchtigkeitsundurchlässigen Folie aus Kunststoff ausgestattet. Diese Folie befindet sich als Barriere zwischen der saugenden Einlage und Deiner Wäsche. Aber ist sie auch atmungsaktiv?

Frau hebt ihre Hände in die Luft

Üble Gerüche, Juckreiz, Hautirritationen: Monatshygiene aus problematischen Materialien

Viele Frauen haben ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrer monatlichen Blutung: Einerseits soll alles so natürlich und selbstverständlich wie möglich über die Bühne gehen, andererseits ist das einfach eine unangenehme Zeit. Produkte für die Monatshygiene versprechen, die „Tage“ so alltäglich wie möglich verleben zu können. Verschiedene Hygieneprodukte sollen nicht nur die Wäsche sauber halten, sondern Dir ein angenehm trockenes und unbeschwertes Gefühl vermitteln.

Binden und Slipeinlagen sind zu diesem Zweck mit einer Kunststofffolie versehen, die für Flüssigkeiten undurchlässig ist. Gleichzeitig sorgt diese Kunststoffschicht aber auch dafür, dass das Klima „untenrum“ unangenehm feucht und warm bleibt. Flüssigkeit und Wärme stauen sich, Deine Haut kann nicht mehr atmen. Um Dir trotzdem ein angenehm sauberes und trockenes Gefühl zu vermitteln, legen die meisten Hersteller für Monatshygiene eine zweite, netzartige Schicht aus Kunststoff auf die Oberseite der Binden und Slipeinlagen. Diese Schicht verhindert, dass das feuchte, saugende Innere der Hygieneprodukte mit Deiner Haut in Berührung kommt, und soll die Binden und Slipeinlagen atmungsaktiv machen. Zusätzlich können Binden und Slipeinlagen mit Duftstoffen versetzt sein, die Gerüche überdecken sollen. Auf diesen Chemie-Mix reagiert die Haut oft genug mit Ausschlag, Irritationen oder Infektionen.

Atmungsaktive Monatshygiene sorgt für gesunde Haut

Ist das Klima in der Hose feucht und warm, vermehren sich die natürlich auf Deiner Haut vorkommenden Mikroorganismen in einem Maß, das zu allergischen Reaktionen führen oder Infektionen auslösen kann. Deshalb bemerken viele Frauen während oder kurz nach der Regelblutung jeden Monat Juckreiz, benötigen vielleicht eine Behandlung gegen Pilzinfektionen oder in besonders schlimmen Fällen bakterielle Infektionen. Auch wenn die Hersteller vieler Hygieneprodukte das versprechen: „Dichte“ Binden und Slipeinlagen sind nie atmungsaktiv. Denn atmungsaktiv würde bedeuten, dass die feucht-warme, also flüssigkeitshaltige, Luft von Deinem Körper ungehindert abziehen kann. Dort, wo Luftfeuchtigkeit hindurchkämmt, weicht auch Menstruationsblut aus.

Atmungsaktive Hygieneartikel gibt es dennoch. Binden und Slipeinlagen aus Stoff, meist Baumwolle oder Bouretteseide, nehmen Menstruationsblut genauso gut auf wie die Wegwerf-Produkte aus Zellstoff, Papier, Baumwollfasern und Superabsorbern. Die nachhaltigen Binden bestehen aus mehreren Lagen Stoff, die an den Rändern fest miteinander vernäht sind. Mit einem Druckknopf befestigst Du die Flügel der Binden aneinander, sodass sie im Slip nicht verrutschen. Baumwolle und Seide sind atmungsaktiv, das Klima im Intimbereich bleibt daher auch während der Periode gesund. Allerdings müssen diese Einlagen öfters gewechselt werden als Einmal-Produkte, und Du wäschst sie immer wieder. Sie sind wiederverwendbar. Unter enger Kleidung tragen sie mehr auf als konventionelle Binden, und sitzt die Kleidung richtig eng, kann das Blut auch durchdrücken.

Konventionelle Produkte sind nur sehr selten nachhaltig

Einige wenige Hersteller für Damenbinden haben inzwischen die Bedarf an atmungsaktiven Produkten für die Monatshygiene erkannt. die Binden und Slipeinlagen sind an der Unterseite mit speziellen Folien ausgestattet, die tatsächlich die Luft zirkulieren lassen. Allerdings drückt Feuchtigkeit ebenfalls hindurch – die Produkte sind also nicht komplett „dicht“. Trägst Du weite Kleidung und wechselst die Einlagen regelmäßig (also häufiger), können diese Produkte zumindest unterwegs eine brauchbare Alternative zu Stoffbinden und wiederverwendbaren Slipeinlagen darstellen. Allerdings sind auch diese atmungsaktiven Binden und Slipeinlagen nicht plastikfrei und können immer noch allergische Reaktionen auslösen.

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