Tipps fürs Baden: Schwimmen mit Binden, Tampons und Einlagen – Monatshygiene im Wasser-Stresstest

Schwimmen, im Wasser toben oder einfach mal die Füße im Meer erfrischen: Wasser tut gut. Und es tut Dir auch gut, während Du Deine Periode hast. Denn vor allem warmes Wasser und leichte Bewegung entspannen Dich, sodass Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe und andere Beschwerden gelindert werden können. Aber wie sieht es mit der Monatshygiene aus? Kann man mit Tampons Schwimmen? Und was macht die Slipeinlage im Wasser?

Frau mit rotem Kleid schwimmt unter Wasser

Binden und Slipeinlagen sind sehr saugfähig

Binden wie auch Slipeinlagen bestehen aus einem saugfähigen Material, das auf einem klebenden Streifen Kunststofffolie angebracht ist. Sie sollen Menstruationsblut aufnehmen, und zwar schnell und möglichst viel. Das bedeutet: Sie saugen Flüssigkeiten extrem gut und schnell auf und halten sie. Den Materialien ist es egal, um welche Art von Flüssigkeiten es sich handelt: Wasser nehmen sie genauso gut auf wie die berühmte blaue Testflüssigkeit in der Werbung und Blut.

Beim Schwimmen ist das eher hinderlich. Denn sowie Du Dich ins Wasser begibst, saugen sich Binden wie auch Slipeinlagen voller Wasser. Menstruationsblut nehmen sie dann nicht mehr auf, denn sie sind bereits vollgesogen. Willst Du baden oder schwimmen, sind Binden also keine gute Idee. Und das gilt für Stoffbinden genauso wie für die Einmal-Produkte. Slipeinlagen nehmen generell weniger Flüssigkeit auf, sind also für die Regelblutung ohnehin nur bedingt geeignet.

Tampons sind im Wasser die bessere Wahl

Tampons bestehen aus Zellstoff und Baumwolle. Sie saugen sich ebenso schnell und sicher mit Flüssigkeit voll wie eine Binde. Aber sie haben einen entscheidenden Vorteil: Sie liegen innen im Körper. Und da kommt beim Schwimmen und Baden eher wenig Wasser an. Der Tampon wird zwar insbesondere entlang des Fädchens und vielleicht auch am unteren Ende etwas Wasser aufnehmen, aber sich nie komplett vollsaugen. Stattdessen kann er das Menstruationsblut aufnehmen, das von oben kommt – und Dich beim Schwimmen und Baden zuverlässig schützen.

Menstruationstassen und Softtampons funktionieren genauso

Tampons sind mit farbigen Baumwollfädchen ausgestattet, die das Zurückholen aus dem Körper erleichtern sollen. Bewegst Du Dich im Wasser, rutscht dieses Bändchen bei einem schlecht sitzenden Badeanzug oder Bikini möglicherweise am Beinausschnitt seitlich heraus. Es wird sichtbar. Das kannst Du nur verhindern, indem Du einen extrem stramm sitzenden Badeanzug oder einen Badeanzug mit Beinansatz trägst.

Oder Du entscheidest Dich für einen Softtampon. Diese Tampons bestehen entweder aus einem weichen, gut saugenden Schwamm aus Kunstfasern, oder aus Naturschwamm. Sie haben kein Rückholbändchen, sondern Du ertastest sie mit Deinen Fingern und holst sie vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger heraus. Kein Rückholbändchen bedeutet, dass beim Schwimmen und Baden auch kein Bändchen unter dem Badeanzug hervor rutschen kann. Menstruationstassen sind genauso diskret: Auch hier gibt es kein Bändchen, das sichtbar werden könnte.

Nur mit den Füßen planschen? Geht!

Niemand hat gerne Fremdkörper an intimen Stellen im Körper sitzen. Insofern ist es nur verständlich, wenn Du auf Tampons beim Schwimmen verzichten willst. Letzten Endes sind auch Menstruationstassen und Naturschwämme Fremdkörper. Die Slipeinlage ist insofern wasserfest, als dass der Klebstoff unter der Folie sie auch bei Kontakt mit Wasser noch sicher an Ort und Stelle hält. Willst Du also nur ein bisschen mit den Füßen im Wasser planschen oder am Meer durch die flachen Wellen laufen, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen: Selbst wenn das Wasser bis hoch in den Schritt spritzt, wird die Slipeinlage nicht aus der Hose fallen. Achte einfach darauf, nur bis maximal knapp über dem Knie ins Wasser zu gehen. Dann ist auch die Slipeinlage zum „Baden“ geeignet, und Du kannst auf den Tampon im Wasser verzichten.

Damenbinden sind zum Baden unnötig

Viele Frauen machen die Beobachtung, dass beim Schwimmen, Baden oder Toben im Wasser das Blut nicht mehr fließt. Dahinter stecken zwei Phänomene.

Erstens übt das umgebende Wasser von außen Druck auf die Schamlippen und den Scheideneingang aus. Durch diesen Druck kommt das Blut nicht so einfach nach außen. Bei einer leichten Blutung kann das ausreichen, um auch ungeschützt schwimmen oder baden zu können. Die Frage nach der Damenbinde zum Baden erübrigt sich also.

Zweitens stoppt bei manchen Frauen durch den Kontakt mit dem (meist kühlen) Wasser die Blutung kurzfristig. Die Kühle verursacht, dass die Blutbahnen sich zusammenziehen, gleichzeitig mag sich zum Schutz gegen das Eindringen von Wasser die Scheide zusammenziehen. Dadurch tritt auch kein Blut aus. Das ist allerdings nicht zuverlässig! Du solltest auf keinen Fall mit einem hellen Badeanzug und ohne weiteren Schutz am stärksten Tag Deiner Regelblutung schwimmen gehen und Dich darauf verlassen. Möglicherweise wird das dann doch peinlich.

Entspannt im Wasser mit Tampons

Zusammenfassend halten wir also fest: Damenbinden und Slipeinlagen sind nicht wasserfest und zum Schwimmen ungeeignet. Willst Du nur etwas mit den Beinen im Wasser planschen, reichen sie aber aus. Zum Schwimmen benutzt Du besser Tampons. Falls der Tampon versagt, verrutscht oder etwas anderes Unvorhergesehenes passiert, ist ein eng sitzender Badeanzug in einer dunklen Farbe grundsätzlich eine gute Idee.