Gerüche bei Binden und Einlagen: Das sind die Ursachen – und so wirst du sie los

Sauber und hygienisch durch die Tage – und die Gerüche? Manchmal passiert es einfach: Du stehst im Bus neben einer Frau, und Du weißt sofort, dass sie ihre Regelblutung hat. Oder Du bemerkst es an der Uni bei der Studentin, die neben Dir sitzt, im Café bei der Bedienung oder der Sachbearbeiterin im Amt. Manchmal kann man einfach riechen, wenn eine Frau blutet. Und das ist nicht der leicht metallische, etwas herbe Geruch von frischem Blut. Menstruation riecht anders, süß und schwer, ein bisschen nach Moder. Warum ist das so? Woher kommt der Geruch, und was kannst Du dagegen tun?

Eine junge Katze riecht an einer Blume
Unangenehme Gerüche bei Binden und Tampons: So wirst du sie los.

Hygieneprodukte riechen – Blut aber auch

Du machst das Päckchen mit Binden auf und musst erst einmal den Kopf wegdrehen und tief durchatmen: Ein durchdringend chemischer Geruch nach Kunststoff schlägt Dir entgegen. Die meisten Binden, die mit extra trockenem Gefühl und gutem Duft beworben werden, riechen selbst sehr auffällig. Denn sie bestehen nicht aus Zellstoff, Baumwolle oder Papier, sondern enthalten sogenannte Superabsorber. Das sind Polymere, die Flüssigkeiten besonders gut binden können und vor allem viel davon binden können. Polymere sind Kunststoffverbindungen. Kunststoffe halten aber nicht nur die Feuchtigkeit, sondern stauen auch Wärme. In der Hose herrscht also an den besonders sensiblen Tagen ein Klima, in dem Mikroorganismen hervorragend gedeihen.

Mikroorganismen zersetzen organisches Material – und nichts anderes ist die Monatsblutung. Die süßen, schweren Gerüchen nach leichtem Moder und verdorbenem Fleisch, die aus den modernen Hygieneprodukten strömen, sind auf diese Mikroorganismen zurückzuführen.

Gerüche vermeiden und gesund bleiben: Öfters mal wechseln!

Auch wenn die Hersteller von Hygieneprodukten von einer ganzen Nacht ohne Toilettengang schwärmen und besonders saugintensive Produkte bewerben: Besser ist es, nach vier bis sechs Stunden spätestens für eine frische Einlage zu sorgen. Denn in diesem Zeitraum haben sich die Mikroorganismen bereits soweit vermehrt, dass Du Hautprobleme bekommen kannst. Viele Frauen haben festgestellt, dass sie oft nach der Verwendung von Produkten für die Monatshygiene unter Pilzinfektionen leiden, Ausschlag und Juckreiz bemerken. Das liegt nicht daran, dass die Hersteller mit Keimen belastete Produkte verkaufen würden. Die für die Infektionen und Hautirritationen verantwortlichen Organismen leben auf unserer Haut und in den Schleimhäuten. Sie werden erst zum Problem, wenn sie sich unkontrolliert vermehren können – beispielsweise im feucht-warmen Klima einer gut mit Kunststoff abgedichteten Binde.

Wann ist die Monatsblutung eigentlich zum Problem geworden?

Die Auswahl an verschiedenen Produkten für die Monatshygiene ist heutzutage groß. Während vor ein paar Dekaden noch Binden aus Stoff normal waren und jede Frau ihren Körper samt Ausdünstungen recht gut kannte, führt der Geruch von Menstruationsblut heute zu Stirnrunzeln. Denn mit der Erfindung des Tampons wurde die Blutung nach innen verlegt. Wird das Blut bereits im Körper gebunden und in Watte verpackt, riecht es natürlich nicht. Praktisch ist der Tampon durchaus, denn mit dem kleinen Stück Baumwolle und Zellstoff verschwinden die besonderen Tage mehr oder weniger. Da sind keine Stoffbinden mehr, die erstens eine große Handtasche und zweitens die Aufwand beim Waschen erfordern, und da ist eben auch kein Geruch mehr.

Was für Frauen eigentlich ganz praktisch ist, pathologisiert die Monatsblutung auch zu einem gewissen Grad. Natürlich sind moderne Hygieneprodukte wie Tampons, Menstrutationstassen und Naturschwämme eine tolle Sache. Sie ermöglichen Dir, auch an den besonderen Tagen ganz normal zur Arbeit zu gehen, auszugehen, Sport zu treiben und Dich zu verabreden. Sie ermöglichen Dir einen mehr oder weniger normalen Tagesablauf. Dafür nehmen sie Dir jedoch das Gefühl für die natürlichen Abläufe in Deinem Körper. Dass Blut riecht, ist völlig normal. Niemand würde beispielsweise bei einem Verletzten erwarten, dass Wunde und Verband nach Rosen duften … Trotzdem sind die Gerüche, die mit der Monatsblutung einhergehen, den meisten Frauen unangenehm.

Sind Binden also in Wahrheit der Schritt in die Freiheit?

Tampons belegen die Periode mit einem Tabu, das Frauen schadet. Aber was ist mit den Binden, die viele Frauen heute immer noch benutzen? Da sind die Unterschiede tatsächlich groß, und sie sind ruchbar wie auch riechbar. Binden aus umweltfreundlichen Papier- und Baumwollfasern verhalten sich grob wie die Stoffbinden: Sie fangen das Blut zwar auf und halten es fest, riechen nach einer Weile auch durchaus nach Blut. Die meisten Stoffbinden sind sehr dick, verzichten aber auf die undurchlässige Schicht Kunststoff. Dadurch ist das Klima „untenrum“ während der Tage einfach besser, Erreger können sich nicht so schnell vermehren.

Dazu kommt, dass so eine Stoffbinde irgendwann einfach durchweicht. Das passiert schon, bevor sie ihr Maximum an Saugfähigkeit ausreizen konnte. Denn erstens sorgt die Schwerkraft dafür, dass die Flüssigkeit in der Binde schnell nach unten gelangt, und zweitens verbringen wir unsere Tage (und damit sind nicht nur die speziellen Tage der Damen gemeint) eher sitzend. Der Druck, der auf dem Schritt und den dort befindlichen Kleidungsstücken lastet, sorgt also auch für ein schnelles Durchdringen der Flüssigkeit. Stoffbinden werden dadurch öfter gewechselt, mit den sechs bis acht Stunden „absolutes Trocken-Gefühl auch an den schweren Tagen“ ist es nicht weit her. Und damit werben die Hersteller auch gar nicht, denn das ist schlicht unhygienisch. Stoffbinden sorgen also in zweifacher Hinsicht für weniger Gerüche und mehr Hygiene.

Weite Kleidung, pflanzliche Textilien und leichte Bewegung

Ein weiterer Punkt sorgt dafür, dass das Klima in der Hose der Damen neuerdings unangenehm ist: Kunstfasern. Irgendwann im 20. Jahrhundert ist die weiße Baumwoll- und Leinenwäsche früherer Zeiten aus der Mode gekommen. Moderne Wäsche besteht aus glänzendem Polyester und ähnlichen Materialien. Das sind Kunststoffe, die für das Klima im Schritt denkbar schlecht sind! Denn in Kombination mit engen Hosen (womöglich auch aus Kunstfasern) und einer sitzenden Lebensweise kommt wenig Luft an die empfindliche Haut, im Schritt stauen sich Wärme und Feuchtigkeit schon allein aufgrund der wenig atmungsaktiven Kleidung. Das kannst Du für weniger Gerüche (nicht nur während der Periode) tun:

  • Wäsche aus pflanzlichen Textilien tragen.
  • Weite, lose Kleidung tragen (nicht zuletzt bei Regelschmerzen ist das ohnehin angenehmer).
  • Auch mal Röcke tragen, die weit um die Beine schlagen und für Belüftung sorgen.
  • Auf kunststoffhaltige Einlagen in der Wäsche verzichten.
  • Mehr im Stehen und Gehen leben als im Sitzen.

Parfümierte Hygieneprodukte benötigst Du dagegen nicht. Denn tatsächlich sind die Duftstoffe in Binden und Slipeinlagen nur weitere Chemikalien, die Deine Haut reizen. Das gilt auch für sämtliche Seifen, Deos, Waschlotionen und andere Pflegeprodukte für den Intimbereich: Handwarmes Wasser reicht völlig aus!