Menstruationstasse: Was ist das, Vorteile, Nachteile, Anwendung, Funktion, Hygiene, Reinigung, Materialien

Vor fünf Jahren waren Menstruationstassen noch ein Nischenprodukt. Inzwischen hat sich die clevere Erfindung zu einer beliebten Alternative zu herkömmlichen Tampons und Binden entwickelt. Denn Menstruationstassen sind preiswerter und umweltfreundlicher als die herkömmlichen Produkte aus dem Damenhygieneregal. Wie eine Menstruationstasse funktioniert, welche Vorteile und Nachteile die „Tasse“ hat sowie Tipps zum Einsetzen und Herausnehmen und zur Reinigung erfährst Du hier.

Menstruationstasse

Menstruationstasse: Was ist das?

Menstruationstassen (auch Menstruationsbecher, Periodenbecher, Menstasse oder Cup, abgeleitet von der englischen Bezeichnung menstrual cup) zählen zum Sortiment der Damenhygieneprodukte. Inzwischen liegen sie in den entsprechenden Regalen vieler Drogerien. Anders als die üblichen Produkte dieser Abteilung sind Menstruationstassen wiederverwendbar. Die kelch- oder trichterförmigen Behälter bestehen aus medizinischem Silikon oder Gummi und können bei guter Pflege sogar bis zu 10 Jahre lang halten.

Im Gegensatz zu klassischen Binden und Tampons saugen Menstruationsbecher nichts auf, sondern fangen die Flüssigkeit lediglich auf. Dafür wird die Menstruationstasse in die Vagina eingeführt, wo sie durch Unterdruck und die Vaginalmuskulatur in Position gehalten wird.

Menstassen können deutlich mehr Menstruationssekret aufnehmen als herkömmliche Tampons und Binden. Je nach Größe und Volumen sind es bis zu 48 ml. Zudem überzeugt die lange Tragezeit von bis zu 12 Stunden viele Frauen.

Obwohl Menstruationstassen erst in den letzten Jahren im Mainstream angekommen sind, handelt es sich keineswegs um eine neue Erfindung. Tatsächlich soll die Menstruationstasse bereits als Prototyp in den 1860-er und 1870-er Jahren existiert haben. Die ersten Patente hab es dann in den 1930-er Jahren in den USA. In den 1980-er Jahren wurde der erste kommerziell erfolgreiche Periodenbecher namens „The Keeper“ in den USA hergestellt. Der Latexbecher ist bis heute erhältlich.

Der Erfindung zum Siegeszug aber verhalf die Fertigung der Menstasse aus medizinischem Silikon. Der erste solche Periodenbecher wurde unter dem Namen „Mooncup“ in Großbritannien produziert. Inzwischen werden Menstruationstassen hauptsächlich aus medizinischem Silikon produziert, da es sehr gut verträglich, hypoallergen, widerstandsfähig und für die Besiedlung mit Bakterien ungeeignet ist.

Menstruationstasse
Die Menstruationstasse: Heimlicher Star der Monatshygiene?

Vorteile der Menstruationstasse

Viele Frauen entscheiden sich für die Menstruationstasse, weil sie folgende Vorteile hat:

  1. Günstiger. Die Erstanschaffung ist in der Regel zwar teurer (ab neun Euro) als eine Packung herkömmliche Binden oder Tampons. Doch auf längere Sicht ist eine Menstruationstasse deutlich preiswerter. Du zahlst den Preis für den Menstruationsbecher nur einmal und hast keine Folgekosten. Die Menstasse kann viele Male wiederverwendet werden (sogar bis zu 10 Jahren). Herkömmliche Binden und Tampons sind Wegwerfprodukte, die immer wieder nachgekauft werden müssen – das summiert sich!
  2. Umweltfreundlicher. Weil Menstruationstassen sogar jahrelang wiederverwendbar sind, wird nicht ständig neuer Abfall produziert. Herkömmliche Tampons und Binden sind nicht nur oft doppelt und dreifach verpackt, sondern landen auch selbst schnell auf dem Müll.
  3. Gesünder. Menstruationstassen sind aus gesundheitlicher Sicht sicherer als Tampons, da sie nur Menstruationsblut auffangen, anstatt es zu absorbieren. Dadurch ist die Gefahr für das toxische Schocksyndrom (TSS) viel geringer. TSS ist eine bakterielle Infektion, die bei der Verwendung von Tampons auftritt.
  4. Aufnahmefähiger. Eine Menstruationstasse kann je nach Größe und Volumen zwischen 15 Milliliter und 48 Milliliter Menstruationssekret aufnehmen, ehe sie entleert werden muss. Zum Vergleich: Tampons hingegen können nur etwas mehr als ein Drittel dessen aufsaugen. Während ein Mini-Tampon einer bekannten Marke mit zwei Buchstaben zwischen sechs und neun Milliliter aufnehmen kann, saugt ein Super-Plus-Tampon (gekennzeichnet mit sechs Tropfen) zwischen 18 und 21 Milliliter auf.
  5. Geruchsneutraler. Menstruationssekret entwickelt erst beim Kontakt mit der Luft einen bestimmten Geruch, der als unangenehm wahrgenommen werden kann. Da eine Menstruationstasse per Unterdruck das aufgesammelte Menstruationssekret im Körper luftdicht abgeschlossen hält, bis die Menstasse entfernt wird, findet eine Geruchsbildung nicht statt.

Nachteile von Menstruationstassen

Menstruationstassen sind eine preisgünstige und umweltfreundliche Option, können aber auch einige Nachteile haben.

  1. Es bedarf etwas Übung. Sowohl das Einsetzen wie auch das Entfernen einer Menstruationstasse sind anfangs etwas knifflig. Hast Du den Dreh einmal raus, geht es aber so einfach wie bei Tampons.
  2. Es gelingt nicht immer auf Anhieb, die richtige Passform und Größe zu finden. Jede Vagina hat etwas andere Dimensionen – die für viele Frauen völlig unbekannt sind. Daher klappt es manchmal nicht direkt beim ersten Kauf mit der richtigen Passform oder Größe. Das Abtasten, wo der eigene Muttermund liegt, oder ein Gespräch mit der Gynäkologin können helfen.
  3. Einige Frauen können eine Menstruationstasse nicht ohne Weiteres benutzen. Bei Frauen, bei denen die Gebärmutter nach hinten gekippt ist, kann die Menstasse womöglich keinen perfekten Sitz erreichen. Auch sie sitzt etwas schräg, wodurch das Auslaufrisiko höher ist. Dann kann eine Stoffbinde oder ein aufnahmefähiger Slip für die Periode helfen. Auch bei Frauen mit kurzem Gebärmutterhals kommt nicht jede Menstasse infrage – nur eine Menstruationstasse mit geringer Länge ist geeignet.

Wichtige Fragen und Antworten zu Menstruationstassen

Gibt es eine Menstruationstasse, die jedem passt?

Nein, jede Vagina ist individuell. Deshalb gibt es keine Menstruationstasse, die jedem passt.

Kann die Menstruationstasse zu weit rein rutschen?

Die Menstasse sollte einige Zentimeter unter dem Muttermund sitzen. Wenn sie zu weit rein rutscht, könnte sie an den Muttermund stoßen, was schmerzhaft sein kann.

Ist die Menstruationstasse so hochgerutscht, dass sie sich nicht mehr mit den Fingern erreichen lässt, sollte die Beckenbodenmuskulatur aktiviert werden. Die Beckenbodenmuskulatur hilft, die Menstruationstasse nach unten zu drücken, bis sich der Boden wieder gut greifen lässt. Durch das Zusammendrücken des Bodens löst sich der Unterdruck und der Periodenbecher kann herausgezogen werden.

Menstruationstasse geht nicht raus – kann sie stecken bleiben?

Ja, eine Menstasse kann in der Vagina stecken bleiben. Wenn das Zusammendrücken des Bodens nicht die gewünschte Wirkung zeigt, kann Druck am Rand des Periodenbechers helfen, um den Unterdruck zu lösen. Passiert es öfter, dass die Menstruationstasse sich nicht entfernen lässt, kann es an der falschen Größe oder Passform liegen.

Sollte sich die Menstruationstasse alleine nicht herausnehmen lassen, wird sie in der gynäkologischen Praxis entfernt.

Menstruationstasse ist nicht dicht – warum?

Wenn die Menstruationstasse nicht hält und ausläuft, kann eine falsche Passform oder Größe ursächlich sein. Ein zu kleines Volumen bei stärker Blutung führt zum Überlaufen.

Außerdem kann eine suboptimale Position der Menstasse in der Vagina verantwortlich sein. Dies lässt sich mit etwas Übung beheben.

Menstruationstasse riecht – was tun?

Wenn die Menstruationstasse riecht, hilft Einweichen, um den Geruch zu entfernen. Eine Stunde in einer drei-prozentigen Wasserstoffperoxid-Lösung oder einer Lösung aus Essig oder Zitronensaft kann den Geruch meist gut entfernen. Anschließendes Trocknen in der Sonne ist ebenfalls hilfreich.

Zusätzlich sollte die Menstruationstasse extralange ausgekocht werden, empfehlenswert sind 20 Minuten. Nach dieser Prozedur stinkt die Menstruationstasse nicht mehr.

Anwendung: So wendest Du die Menstruationstasse an

Die meisten Benutzerinnen von Menstruationstassen finden die Anwendung einfach. Allerdings bedarf es anfangs etwas Übung. Außerdem muss ein passender Cup gefunden werden, denn nicht jede Menstasse passt jeder Frau.

Die richtige Menstruationstasse finden

Menstruationstassen gibt es in unterschiedlichen Passformen und verschiedenen Größen. Nicht immer passt das erste Modell, wie es soll. Manchmal ist es erforderlich, mehrere Menstruationstassen auszuprobieren. Zudem kann es hilfreich sein, die Dimensionen der eignen Vagina mit der Gynäkologin zu besprechen.

Frau mit einer Menstruationstasse und rose
Die richtige Größe und Passform ist bei Menstruationstassen wichtig.

Kleinere Menstassen werden in der Regel Frauen unter 30 Jahren empfohlen, sofern sie nicht vaginal entbunden haben. Modelle mit größerem Volumen werden oft Frauen empfohlen, die eine stärkere Periode haben, über 30 Jahre alt sind oder bereits vaginal entbunden haben. Folgende Faktoren beeinflussen, welcher Cup passt:

  • Alter, da mit dem Älterwerden die Beckenbodenmuskulatur von Natur aus nachlässt
  • ob vaginal entbunden wurde
  • wie stark die Monatsblutung ist
  • Länge des Gebärmutterhalses (spielt für die Form und den Griff eine Rolle)
  • Festigkeit und Flexibilität des Materials
  • ob ein untypischer Sachverhalt wie eine geneigte/gekippte Gebärmutter oder ein niedriger Gebärmutterhals vorliegt, sie können die Anwendung eines Periodenbechers erschweren.

Wenn die Menstruationstasse trotz richtigem Einsetzen nicht passt, kommt es zum Auslaufen.

Menstruationstasse einsetzen

Ehe es ans Einsetzen der Menstruationstasse geht, musst Du zwei Dinge tun:

  1. Die neue Menstruationstasse sterilisieren, etwa durch Auskochen oder mit Dampf in der Mikrowelle.
  2. Die Hände gründlich waschen.

Wenn Du den Periodenbecher zum ersten Mal einsetzt, kann es sich ungewohnt bis unangenehm anfühlen. Keine Sorge, das geht vorbei. Hilfreich ist es, den Tassenrand anzufeuchten oder mit etwas Gleitmittel einzucremen. Eine feuchte Menstruationstasse lässt sich viel einfacher einführen. Außerdem solltest Du entspannt sein. Wähle einen ruhigen Moment, wenn Du keine Ablenkungen oder Störungen erwartest. Ein heißes Bad hilft, sich zu entspannen.

Falls Du schon mal einen Tampon eingeführt hast, sollte Dir auch das Einführen einer Menstruationstasse relativ leicht fallen. Drücke den Cup in der Mitte fest zusammen und lege beide Ränder aufeinander, sodass die Menstasse wie der Buchstabe C aussieht. Neben dieser C-Faltung gibt es auch noch andere Möglichkeiten, eine Menstruationstasse zu falten. Zumindest anfangs ist es empfehlenswert, die Menstasse so zu falten, dass eine dünnere Einführspitze entsteht.

Halte die gefaltete Menstruationstasse mit dem Rand nach oben in einer Hand und führe sie Richtung Rücken in die Vaginalöffnung ein. Ganz so, wie es mit einem Tampon ohne Applikator gemacht wird.

Eine Person hält eine Menstruationstasse zwischen zwei Fingern

Der Periodenbecher sollte ein paar Zentimeter unter dem Muttermund sitzen. Ist diese Position erreicht, wird die Menstasse gedreht. Durch diese Bewegung springt die Menstruationstasse auf und schafft dank Unterdruck einen sicheren Sitz, der das Auslaufen verhindert.

Sitzt die Menstruationstasse dort, wo sie soll, spürst Du sie nicht. Bei Bewegungen, beim Springen, Sitzen und anderen alltäglichen Aktivitäten sollte sie weder verrutschen, noch herausfallen.

Achte darauf, wo sich der Griff nach dem Einsetzen befindet. Er sollte in der Vagina liegen, aber leicht zu ertasten sein. Ist der Stiel zu lang und stört oder schaut heraus, kannst Du ihn mit einer Schere kürzen oder ganz abschneiden. Inzwischen gibt es Menstruationstassen mit kurzen, geschwungenen Griffen.

Tipp: Als Anfängerin ist es empfehlenswert, die Menstruationstasse mit Stoffbinden oder Slips zu kombiniert, bis Du die perfekte Technik heraushast und kein Auslaufen droht.

Menstruationstasse herausnehmen: Wann und wie

Menstruationstassen können bis zu 12 Stunden lang getragen werden, auch über Nacht. Wie oft der Cup entleert werden muss, hängt vom Volumen der Menstasse und der Stärke der Blutung ab. An Tagen mit stärkerer Blutung kann ein kleiner Cup innerhalb einiger Stunden volllaufen. Wird er nicht entleert, kommt es zum Überlaufen.

Menstruationstasse mit Blut
Nach spätestens 12 Stunden sollte die Menstruationstasse geleert werden.

An leichteren Tagen kann die Menstruationstasse die Maximalzeit von 12 Stunden getragen werden. Nach Ablauf von 12 Stunden muss der Menstruationsbecher herausgenommen und entleert werden. Aufgefangenes Menstruationssekret sollte aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als 12 Stunden im Körper verbleiben. Der ausgeleerte und gereinigte Cup kann anschließend wieder eingeführt werden.

So gelingt das Herausnehmen einer Menstruationstasse:

  • Hände gründlich waschen.
  • Entspannen.
  • Daumen und Zeigefinger in die Vagina einführen und den Griff oder Stiel ertasten. Nicht am Griff ziehen – das kann schmerzhaft sein (Unterdruck wird stärker) und zum Auslaufen des Menstruationssekrets führen.
  • Boden der Menstruationstasse zusammendrücken, um den Unterdruck zu lösen.
  • Vollen Periodenbecher am Boden halten und herausziehen (manchmal hilft es, hin und her zu ruckeln), bis die Vaginalöffnung erreicht ist.
  • Menstasse vorsichtig herausziehen und in die Toilette oder das Waschbecken entleeren.
  • Menstruationstasse ausspülen oder auswischen.

Funktion: So funktioniert eine Menstruationstasse

Menstruationstassen funktionieren anders als Binden oder Tampons. Sie sollen das Menstruationssekret nicht aufsaugen, sondern auffangen. Auf dem Markt sind Menstruationstassen in unterschiedlichen Größen erhältlich, die zwischen etwa 15 ml und 48 ml Flüssigkeit auffangen können.

Die biegsamen, kelchförmigen Behälter werden zusammengefaltet in die Vagina eingeführt. Dank einer Drehbewegung öffnet sich die Menstasse und Unterdruck entsteht. Durch den entstehenden Unterdruck und die Scheidenmuskulatur wird die Menstruationstasse in Position gehalten.

Menstruationstassen können während der gesamten Periode verwendet werden. Also sowohl an leichteren Tagen wie auch an Tagen mit stärkerer Blutung. An Tagen mit stärker Blutung muss der Menstruationsbecher häufiger gewechselt werden, um ein Auslaufen zu verhindern. Aus gesundheitlichen Gründen sollten Menstruationstassen nie länger als 12 Stunden getragen werden.

Die meisten Menstruationsbecher sind zur vielfachen Wiederverwendung konzipiert und können je nach Material und Pflege bis zu 10 Jahre halten. Diese Tatsache hat der Menstruationstasse im letzten Jahrzehnt weltweit zum Erfolg verholfen.

Menstruationstasse, Binde, Tampon und Einlage liegen gemeinsam auf einem Untergrund
Menstruationstassen können auch mit anderen Monatshygieneartikeln kombiniert werden

Hygiene

Beim Thema Hygiene denken viele direkt an die Benutzung der Menstruationstasse unterwegs. Etwa auf der Arbeit oder einer öffentlichen Toilette. In solchen Situationen ist das Waschbecken oft im Vorraum. Manchmal stehen auch schon andere Personen Schlange, sodass ein kurzes Verlassen der Kabine höchst unpraktisch und auch unangenehm wäre.

Zum Glück gibt es Alternativen, um die Menstruationstasse zwischendurch zu reinigen. Bei allen Varianten ist das Ausspülen im Waschbecken nicht nötig. Die erste Alternative ist das Auswischen des Menstruationsbechers nach dem Ausleeren mit Toilettenpapier. Ausgewischt kann die Menstruationstasse wieder eingesetzt werden.

Die zweite Möglichkeit sind spezielle Reinigungstücher für Menstruationstassen. Die feuchten Tücher reinigen beziehungsweise desinfizieren die Menstasse. Die Reinigungstücher sind auf Alkohol- oder Wasserbasis hergestellt und oft einzeln verpackt. Reguläre Feuchttücher sollten hingegen nicht verwendet werden.

Die dritte Option ist eine Ersatz-Menstasse. Die benutzte Menstruationstasse wird entnommen, entleert und in der Handtasche verstaut, während die frische Menstasse eingesetzt wird. In Sachen Hygiene muss sich dabei niemand Sorgen machen.

Eine weitere Art, um den benutzten Menstruationsbecher zu reinigen, ist Wasser in einer Wasserflasche mitzuführen. Die Menstasse lässt sich dann über der Toilette ausspülen.

Gleichzeitig ist anzumerken, dass es aus Gründen der Hygiene nicht nötig ist, die Menstruationstasse häufig zu entleeren. Sie kann bis zu zwölf Stunden getragen werden. Für stärkere Tage gibt es Tassen mit einem größeren Volumen. Daher ist das Leeren der Menstruationstasse auf der Arbeit oder einer öffentlichen Toilette meist vermeidbar.

Reinigung der Menstruationstasse

Menstruationstassen sind in der Regel wiederverwendbar und können mehrere Jahre halten (Herstellerangaben beachten).

Nach jedem Tragen und Entleeren sollte die Menstruationstasse gereinigt werden. Für die Reinigung während der Periode reicht das Ausspülen mit Wasser beziehungsweise das Auswischen mit Toilettenpapier oder speziellen Reinigungstüchern.

Bei der Reinigung mit Wasser hilft folgender Tipp, um Verfärbungen an der Menstasse zu vermeiden: Immer erst mit kaltem Wasser ausspülen, bis das gesamte Menstruationssekret entfernt ist. Durch warmes Wasser gerinnt Blut bekanntlich. Genauer gesagt gerinnt das Eiweiß Hämoglobin und verbindet sich mit dem Material des Cups. Verfärbungen entstehen, die vor allem auf hellen Tassen sichtbar sind. Nach dem Ausspülen mit kaltem Wasser erneut mit warmem Wasser spülen. Verfärbungen können dann nicht mehr entstehen.

Im Anschluss an die Periode sollte die Menstruationstasse sterilisiert werden, damit sie im nächsten Zyklus wieder einsatzbereit ist. Auf der Materialoberfläche ist ein Bakterienwachstum zwar nicht möglich. Keime können jedoch im Menstruationssekret gedeihen. Es ist zwar äußerst selten, aber eine bakteriell besiedelte Menstruationstasse kann zum toxischen Schocksyndrom (TSS) führen. Bisher ist weltweit nur ein solcher Fall bekannt.

Die einfachste Art der Sterilisation ist das Auskochen. Dafür die Menstasse in einen mit Wasser gefüllten Kochtopf geben. Am besten ist es, die Menstasse in einem Schneebesen zu verankern. So bleibt sie garantiert von Wasser bedeckt, ohne den Boden zu berühren, wo das Material schmelzen und anhaften könnte. Das Wasser aufkochen und für etwa fünf Minuten samt der Menstruationstasse kochen lassen. Anschließend die Menstasse herausnehmen, abkühlen und abtrocknen lassen.

Kochendes Wasser
Mit kochendem Wasser lassen sich Menstruationstassen einfach reinigen

Eine alternative Art der Reinigung ist die Dampfsterilisation. Inzwischen gibt es kleine Reinigungsbecher für die Mikrowelle, die den Cup binnen weniger Minuten mit Wasserdampf sterilisieren. Auch elektrische Dampfsterilisatoren können für die Reinigung benutzt werden.

Außerdem ist es möglich, die Menstruationstasse mit einer sterilisierenden Lösung zu reinigen. Möglich sind etwa drei-prozentige Wasserstoffperoxid-Lösung (Apotheke) oder Sterilisationstabletten (speziell für Menstruationsbecher oder für Babyfläschchen und -Sauger). Auch eine Lösung mit Essig oder Zitronensaft wird von einigen verwendet, da sie Verfärbungen entfernt. Wichtig nach dem Kontakt mit Chemie oder Säure ist jedoch das Abspülen mit Wasser beziehungsweise Abkochen, damit Rückstände das vaginale Gleichgewicht nicht stören.

Die desinfizierte Menstruationstasse bis zur nächsten Periode sicher und sauber aufbewahren.

Tipp: Vor der Sterilisation etwaige Löcher, Rillen oder Schriftzüge gezielt reinigen, um Festsitzendes zu entfernen. Geeignet sind etwa Zahnstocher oder eine Zahnbürste. Beides kann vor der Reinigung in Alkohol getaucht werden.

Materialien – Woraus bestehen Menstruationstassen?

Menstruationstassen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Weit verbreitet ist medizinisches Silikon, da es eine hohe Bioverträglichkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Bakterien aufweist. Silikon für den medizinischen Bereich ist frei von Latex und verursacht keine Allergien (hypoallergen). Einige Menstassen bestehen aus TPE (thermoplastischem Elastomer), Latex oder Gummi. In einem anderen Artikel erfährst du mehr über die Inhaltsstoffe von Menstruationsprodukten, darunter auch Menstruationstassen.

Fazit

Menstruationstassen bieten viele Vorteile – insbesondere zu klassischen Binden oder Tampons. Natürlich gibt es auch noch weitere Alternativen. In unserem Übersichts-Artikel „Alternative Monatshygiene – was ist das eigentlich?“ haben sie für dich zusammengefasst.

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