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"Du siehst aber blass aus!" "Du wirkst so abgeschlagen in letzter Zeit." "Vielleicht liegt es am Eisen!"
Diese Aussagen haben sicher viele Frauen schon zu hören bekommen. Aber was hat es eigentlich mit dem Eisen und wenn man davon zu wenig hat, wirklich auf sich? Fakt ist, Eisenmangel ist keine Seltenheit. In Deutschland leiden schätzungsweise rund 5-10 % der Menschen darunter.
Eisen zählt zu den Metallen. Was hat es da im Körper zu suchen? Eisen spielt an zahlreichen Stellen im menschlichen Organismus eine zentrale Rolle. Insgesamt 3-4 g Eisen besitzt jeder Mensch. Dabei wird es häufig in Enzymen, das sind Proteine, welche in den Zellen verschiedenste Funktionen haben, eingebaut und sorgt hier dafür, dass das Enzym funktioniert.
Das wohl bekannteste Enzym, welches ohne Eisen nicht auskommt, ist das Hämoglobin – der rote Blutfarbstoff. Dieser befindet sich in den roten Blutkörperchen. Die Farbe unseres Blutes entsteht sogar durch das Eisen, wer schonmal eine rostende Eisenstange gesehen hat, der kann sich das gut vorstellen. Das Eisen sorgt im Blut dafür, dass der Sauerstoff aus der Atemluft an den roten Blutfarbstoff gebunden werden kann. Ohne Eisen wäre also kein Mensch lebensfähig.
Eine weitere lebensnotwendige Funktion hat Eisen in den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle. Enzyme, welche die Energie fast jeder Zelle und damit des gesamten Organismus herstellen, benötigen ebenfalls Eisen.
Eisen ist nicht nur für die Blutbildung und viele Enzyme wichtig. Heutzutage weiß man, dass ein Eisenmangel auch die geistige Entwicklung von Kindern negativ beeinflusst. Leiden Kinder in der frühen Kindheit unter Eisenmangel können das Verhalten, das Denken und die Motorik unterdurchschnittlich entwickelt sein.

Das Element Eisen kann durch chemische Reaktionen als Fe2+ oder Fe3+ vorliegen. Als Fe2+ ist das Eisen v.a. an Proteine gebunden, als Fe3+ wird es im Körper gespeichert. Fe2+ reagiert gerne mit anderen Verbindungen, weshalb es so wichtig für die Enzyme ist. Aber – dadurch können auch Radikale entstehen, welche im Körper ebenfalls wieder unerwünschte biochemische Reaktionen erzeugen können. Der Körper hat deshalb ein ausgetüfteltes System, um Eisen zu transportieren und speichern. Dieses System zu kennen ist auch wichtig bei der Diagnose eines Eisenmangels (s. unten). Eine weitere wichtige Unterscheidung, die bei der Aufnahme von Eisen eine wichtige Rolle spielt, ist die Unterteilung in Häm- und Nicht-Häm-Eisen. Häm-Eisen ist an ein Hämoglobin gebunden, Nicht-Häm-Eisen liegt frei vor.
Da Eisen so besonders wichtig ist, gibt es im Körper ein Hormon, welches die Eisenaufnahme reguliert, das sogenannte Hepcidin. Der Körper kann nur die Aufnahme regulieren, es gibt keinen Mechanismus überschüssiges Eisen abzugeben. Gesunde Personen brauchen dies auch nicht, da die Eisenaufnahme gut reguliert wird.
Ein Eisenmangel ist nicht sichtbar. Er kann aber verschiedene Folgen haben, welche körperliche Veränderungen hervorrufen, die für jeden erkennbar sind. Leider sind diese oft unspezifisch und können auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden. Wichtige Hinweise und Eisenmangel Symptome sind u.a.:
Die häufigste Folge des Mangels ist eine Blutarmut, auch Eisenmangelanämie genannt. In unseren Breiten findet sich bei 10–15 % der Frauen im gebärfähigen Alter diese sogenannte Eisenanämie. Oft wird dabei zuerst die Blutarmut festgestellt. Der Arzt oder die Ärztin sehen dann in den Laborwerten Hinweise auf einen Eisenmangel.


Um die Diagnose zu sichern, sollte eine Blutentnahme durchgeführt werden, bei der verschiedene Werte, die mit dem Eisen in Zusammenhang stehen, bestimmt werden. Heutzutage wird nicht mehr empfohlen, einfach nur das Eisen im Blut zu bestimmen. Wichtiger sind verschiedene Proteine, die beim Transport und Speichern von Eisen eine Rolle spielen. Diese können einen Eisenmangel sichern. Besonders wichtig ist auch den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin, zu untersuchen, um eine Blutarmut zu erkennen. Auch die Erythrozyten, also die Zellen, die mithilfe des roten Blutfarbstoffes den Sauerstoff transportieren, sollten genauer untersucht werden. Bei einer Eisenmangelanämie sind sie oft zu klein und enthalten zu wenig Hämoglobin.
Im Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin ist es wichtig herauszufinden, welchen Grund der Eisenmangel haben könnte. Die häufigste Ursache ist ein Missverhältnis zwischen Aufnahme und Verlust des Eisens. Zum Eisenverlust kommt es v.a. durch Blutungen. Bei Frauen ist hier durch die Periode der Mangel oft erklärbar. Eine körperliche Untersuchung, sowie ein Gespräch über Begleitsymptome können dem Arzt Hinweise auf andere Ursachen geben. Diese müssen dann weiter abgeklärt werden und es ist wichtig, den Eisenmangel zu beheben.

Hey, ich bin Stefanie und die Gründerin von ALMO. Seit über 10 Jahren hole ich die Menstruation aus der Tabuzone und trage dazu bei, dass Frauen ihre besonderen Tage genießen. Mit kuscheligen Stoffbinden und Periodenslips aus Bio-Baumwolle, natürlich in Deutschland genäht.
Je nach Patientengruppe sind die Ursachen für einen Eisenmangel unterschiedlich häufig. Bei Frauen spielt die Periode eine wichtige Rolle (s. unten). In der Schwangerschaft kommt es zu einem sehr hohem Eisenbedarf bei Mutter und Kind, der oft nicht ausreichend gedeckt werden kann. Menschen, die sehr regelmäßige Blutspenden können ebenfalls einen Eisenmangel entwickeln. Die Blutspendeorganisationen achten hier aber besonders darauf und warnen die Betroffenen ggf. vor. Weitere Gründe für einen Blutverlust finden sich oft im Magen-Darm-Trakt. Dieser spielt auch eine Rolle, wenn es um eine gestörte Aufnahme des Eisens geht. Die Resorption des Eisens findet über die Schleimhaut des Dünndarms statt. Ist diese z.B. chronisch entzündet kann das zu einer mangelnden Eisenaufnahme (und auch vieler anderer Nährstoffe) führen. Auch bei einer reduzierten Magensäureproduktion durch Medikamente oder eine Magenschleimhautentzündung mit dem Erreger Helicobacter pylori führt zu einer geringeren Eisenresorption im Darm.
Bis zu jede 6. Frau im gebärfähigen Alter leidet an einer Eisenmangelanämie. Männer sind deutlich seltener betroffen. Während einer Menstruation verliert eine Frau rund 60 ml Blut. Schätzungsweise 15-38% der Frauen leiden unter einer verstärkten Regelblutung, einer Hypermenorrhö. Dies sind meist über 80 ml pro Blutung. An sich sind das keine riesigen Mengen, geht man davon aus, dass der Körper 5-6 L Blut besitzt. Trotzdem kommt es bei vielen Frauen zu einem Eisenmangel. V.a. in der Pubertät, wenn Wachstumsphase und der Beginn der Periode zusammenfallen, sind Mädchen häufig betroffen.
Eine weitere Risikogruppe für einen Eisenmangel sind Frauen während der Schwangerschaft. Das liegt unter anderem an der erhöhtem Blutproduktion. Dabei ist Eisen auch essenziell für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes.
Wurde ein Eisenmangel oder eine Blutarmut diagnostiziert, sollte das Eisen als Medikament eingenommen werden. Dies erfolgt in der Regel durch Tabletten. Aktuell gibt es nur für wenige ausgewählte Patientengruppen, wie alte Menschen mit einer Herzinsuffizient, die Empfehlung das Eisen als Infusion zu erhalten. Zur Unterstützung der Aufnahme kann man Vitamin-C haltige Säfte und Lebensmittel konsumieren. Milch und Kaffee wirken dagegen eher hemmend.
Als Nebenwirkung der Tabletten entwickeln einige Patientinnen und Patienten Verdauungsprobleme. Hier kann man verschiedene Tricks ausprobieren, um die Tabletten verträglicher zu machen. Im besten Falle ist keine langfristige Einnahme nötig. Sobald die Eisenspeicher aufgefüllt sind und sich die Blutarmut erholt hat, kann – je nach Ursache – über ein Absetzen der Tabletten nachgedacht werden. Dann sollten regelmäßige Kontrollen beim Arzt erfolgen, um einen erneuten Mangel früh zu erkennen.
Wird der Mangel durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikamente ausgelöst (s. Woher kommt der Mangel), sollten diese behandelt bzw. die Medikation umgestellt werden. Zusätzlich wird aber bei manifestem Eisenmangel v.a. mit Anämie eine Eisensubstitution empfohlen bis sich die Werte normalisiert haben.
Für Frauen interessant ist auch, ob die Pille als Verhütungsmittel sich positiv auf den Eisenmangel auswirken kann. V.a. für Frauen mit einer sehr starken Blutung, kann durch die Pille die Blutung deutlich verringert werden. Es gibt auch Pillenformen, bei denen eine Blutung komplett fehlt. Verschiedene Studien konnten feststellen, dass die Eisenwerte bei Frauen, die orale Verhütungsmittel nutzen, höher waren, als bei Frauen die keine Pille einnahmen. Trotzdem gibt es keine Empfehlung, die Pille als Therapie des Eisenmangels zu nutzen. Frauen, die aber unter einer sehr starken Blutung leiden und immer wieder einen Mangel entwickeln, können aber mit ihrem Frauenarzt oder -ärztin darüber sprechen, ob ein orales Verhütungsmittel sinnvoll wäre.
Vorneweg – selbst bei der gesündesten Ernährung, kann es zu einem Eisenmangel kommen. Trotzdem spielt das Essen eine wichtige Rolle, schließlich benötigen Männer ca. 10 mg und Frauen ca. 15 mg Eisen pro Tag. Zur Vorbeugung ist deshalb v.a. in Zeiten eines erhöhten Bedarfs, zum Beispiel in der Pubertät oder Schwangerschaft, eine eisenreiche Ernährung zu empfehlen.
Besonders eisenreiche Lebensmittel sind z.B.:

Das Eisen in der Nahrung liegt in zwei verschiedenen Formen vor. Zum einen ist das Eisen an eine sogenannte Häm-Gruppe gebunden, welche aus dem roten Blutfarbstoff stammt und deshalb v.a. in tierischen Produkten zu finden ist. Das Nicht-Häm-Eisen findet sich v.a. in pflanzlichen Produkten und ist deutlich schlechter für den Körper aufzunehmen. Die Resorption des Nicht-Häm-Eisens wird auch durch andere Lebensmittel, wie Kaffee, Tee und Milch schnell weiter verschlechtert.
Für Vegetarier bedeutet das, dass sie besonders auf eine eisenhaltige Ernährung achten müssen. Ernährungswissenschaftler sind sich heute einig, dass eine fleischreduzierte bis fleischfreie Kost gesünder ist, deshalb sollten auch Nicht-Vegetarier nicht täglich zum Steak greifen. Wer sich ausgewogen ernährt und auf eisenreiche pflanzliche Lebensmittel achtet, der leider auch ohne Fleisch nicht automatisch an einem Eisenmangel. Um einem Mangel entgegen zu wirken, können verschiedene Eisen- oder kombinierte Vitaminpräparate eingenommen werden. Auch Säfte mit zusätzlichem Eisen stehen zur Verfügung.
Um eine optimale Entwicklung und einer Blutarmut der Mutter vorzubeugen, sollten besonders Kinder und Schwangere auf eine eisenreiche Kost achten. Studien gezeigt, dass eine vegetarische Kost auch bei Kindern eine gute Ernährungsart ist.
Du hast mehrere Möglichkeiten, um einen Eisenmangel zu verhindern:

Katharina Ruppert studierte Humanmedizin in Erlangen und Mainz. Seit 2022 ist sie als Ärztin in Mainz an der Kinderklinik tätig. In ihrer Freizeit spielt sie Oboe und geht gerne wandern. Bei Almo ist ihr wichtig, Frauen aktuelle wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse verständlich zu vermitteln.
https://www.blutspendedienst-west.de/magazin/basiswissen-blut/ist-blut-immer-rot#:~:text=Die%20H%C3%A4mgruppe%20ist%20wiederum%20der,das%20im%20Blut%20vorhandene%20Eisen. (abgerufen am 16.06.2022)
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